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Aus der Geschichte Die “Edlen von Rettenberg“
Ende des 11. Jahrhundert wurde am Ostabhang des Rottachberges aus Nagelfluhquadern von einem seit Mitte des 12. Jahrhundert nachweisbaren Rittergeschlecht die “Burg Rettenberg“ erbaut. An ihrem Fuße entstand “Rettenberg vor der Burg“ (seit 1905 nur Vorderburg). Das reich begüterte und edle Geschlecht starb um 1350 im Mannesstamm aus. Die beiden Erbtöchter Elsbeth und Adelheid teilten und verkauften. Seit 1351 gehört die Herrschaft Rettenberg zum Hochstift Augsburg, der Fürstbischof ist auch Landesherr. 1537 erbaute er unten im Dorf das “Amthaus“ für den Pfleger und Amtschreiber. 1562 brannte die Burg ab und wurde dem Verfall überlassen (heute Ruine). Das Amthaus wurde Amtsitz. 1803 säkularisiert ist das wuchtige Haus heute in Privatbesitz. 1803 wurde das Hochstift Augsburg aufgelöst, Rettenberg - Vorderburg kam 1806 zum Königreich Bayern. Mitte des 19. Jahrhundert wurde der Getreidebau eingestellt und auf Milchwirtschaft umgestellt. Die einstigen Burgmühlen wurden in Sägewerke umgewandelt. Von den auf dem Gebiet der Großgemeinde Rettenberg erbauten vier Burgen zeugt nur noch die Ruine Vorderburg von einstigem Ritterglanz.
Weitere Kapellen in und um Vorderburg
Auf über 1100 m Höhe liegt die Kapelle “Zur Hlst. Dreifaltigkeit“ in Brosis-Ellegg. 1839 von den Dorfbewohnern erbaut birgt sie Kostbarkeiten aus Gotik und Barock (renoviert). Zum Patrozinium und zur Denkmesse im Herbst kommen viele Gläubige auf die stürmische Höhe.
Etwas tiefer, im Weiler Morgen, wurde 1728 die Marienkapelle zur “Mutter der schönen Liebe“ erbaut (Privatbesitz) mit einem liebevollen, bäuerlich-einfachen Barockaltar und der Statue der Gottesmutter.
In Acker wurde 1852 die Kapelle “Zur Hl. Familie“ erbaut. Der von Amts wegen angeordnete Abbruch der “misslungenen Kapelle“ konnte 1855 verhindert werden. Neugotischer Altar mit Altarbild, wohl vom Wertacher Maler F.S. Lochbihler. Kreuzweg Franz Speiser 1853. Unter der Burg in Großdorf erbauten die Bewohner um 1767 ihre Kapelle mit einem Altar des späten 17.Jahrhundert (im 19. Jahrhundert neugotisch gefaßt) zu Ehren “Christus in der Rast“ mit einer Muttergottes um 1500.
Amthaus
Ruine
Pestfriedhof
Funkenfeuer